Noyb reicht Beschwerde gegen Dating-App Bumble wegen unrechtmäßiger Nutzung von KI-gestütztem Gesprächseinstieg ein

Symbolbild zur Datenschutzbeschwerde von noyb gegen die Dating-App Bumble wegen KI-gestützter Datenverarbeitung mit ChatGPT.
Am 26. Juni 2025 hat die österreichische Datenschutzorganisation noyb im Namen einer betroffenen Person eine formelle Beschwerde bei der Datenschutzbehörde (DSB) eingereicht. Gegenstand der Beschwerde sind erhebliche Datenschutzverstöße der beliebten Dating-App Bumble, insbesondere im Zusammenhang mit einem neu eingeführten KI-Mechanismus.

Bumble hat kürzlich eine Funktion integriert, die es Nutzern ermöglicht, mithilfe eines Anbindung an ChatGPT auf Basis ihrer Profildaten automatisch passende Gesprächseinstiege für die Kontaktaufnahme mit ihren „Matches“ zu generieren. Dieser KI-gestützte Service soll den Nutzern das Flirten erleichtern und die Kommunikation effizienter gestalten.

Die Datenschutzorganisation noyb kritisiert jedoch, dass für diese Verarbeitung personenbezogener Daten – insbesondere biometrischer und profildatenbasierter Informationen – keine ausreichende rechtliche Grundlage vorliegt. Konkret wurde keine separate Einwilligung der Nutzer eingeholt, was nach Ansicht von noyb einen Verstoß gegen die DSGVO darstellt.

Darüber hinaus bemängelt noyb, dass Bumble es versäumt habe, die Nutzer transparent über die Funktionsweise des KI-Mechanismus sowie über die Verarbeitung ihrer Daten zu informieren. Es fehle an klaren Hinweisen in den Datenschutzhinweisen und an verständlichen Erklärungen, welche Daten verarbeitet werden, zu welchem Zweck und auf welcher Rechtsgrundlage.

Diese Beschwerde unterstreicht die zunehmenden Herausforderungen bei der Regulierung innovativer KI-Anwendungen im Bereich des Datenschutzes. Die Nutzung von KI-Systemen wie ChatGPT in Verbindung mit persönlichen Profildaten wirft Fragen hinsichtlich der Rechtmäßigkeit, Transparenz und Kontrolle durch die Betroffenen auf.

Der Fall könnte wegweisend sein für zukünftige Verfahren gegen andere Plattformen, die ähnliche Technologien einsetzen, ohne ausreichende datenschutzrechtliche Vorgaben zu erfüllen.

Die österreichische Datenschutzbehörde wird nun prüfen, ob Bumble gegen datenschutzrechtliche Vorgaben verstoßen hat. Bei Feststellung eines Verstoßes könnten empfindliche Bußgelder oder Auflagen folgen. Für Nutzer bedeutet dies auch eine wichtige Erinnerung: Sie sollten stets genau wissen, welche Daten verarbeitet werden und welche Rechte sie in Bezug auf ihre personenbezogenen Daten haben.

Der Vorfall zeigt erneut, wie wichtig klare Regelungen und transparente Kommunikation im Umgang mit KI-Technologien sind. Unternehmen sind gefordert, datenschutzkonforme Lösungen zu entwickeln und ihre Nutzer umfassend zu informieren.

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